Bilanz nach 22 Solarjahren

Spezial, 27.02.2026

Förderung für Solar-Dachanlagen soll gestrichen werden: Ab wann sich die Module nach den neuen Plänen erst rechnen könnten!

Was 2004 als ökologisches Nischenprojekt begann, ist heute fester Bestandteil der Energieversorgung. Doch während frühe Photovoltaik-Anlagen sich oft schneller rechneten als erwartet, könnten aktuelle politische Weichenstellungen die Wirtschaftlichkeit neuer Anlagen spürbar verändern.

Im Jahr 2004 galt man mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach in Deutschland noch als „grüner Exot“. Schon damals jedoch versuchte die Politik, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen – unter anderem durch langfristig garantierte Einspeisevergütungen mit Laufzeiten von bis zu 20 Jahren.

Auch donnerwetter.de investierte frühzeitig in Solarenergie: Auf dem Bürogebäude in Bonn wurde 2004 die erste Photovoltaikanlage installiert, eine zweite folgte 2005. Mehr als 20 Jahre später lässt sich eine belastbare Bilanz ziehen – mit aufschlussreichen Ergebnissen.

Die beiden Anlagen umfassen insgesamt 24 Module auf einer Fläche von 40,8 Quadratmetern. Die Investitionskosten beliefen sich in den Jahren 2004 und 2005 auf insgesamt 22.441 Euro. Abgesehen vom Austausch eines Wechselrichters im Jahr 2013 für rund 800 Euro fielen keine nennenswerten Kosten für Reparatur, Betrieb oder Instandhaltung an. Indirekte Kosten entstanden allerdings in den Anfangsjahren durch steuerliche Beratung – ein Posten, der in Summe zwischen ein und zwei „Sonnenjahren“ Ertrag verschlang.

Ertragreich arbeiteten die Anlagen dennoch: Zwischen der Inbetriebnahme 2004 beziehungsweise 2005 und Ende 2025 produzierten sie zusammen rund 135.000 Kilowattstunden Solarstrom. Im Mittel entspricht das einer jährlichen Flächenleistung von etwa170 Watt pro Quadratmeter. Bezogen auf die mittlere jährliche Globalstrahlung am Standort von etwa 1.200 Watt pro Quadratmeter konnten rund 14 Prozent der eingestrahlten Energie in Strom umgewandelt werden – angesichts der leicht suboptimalen Südwest-Ausrichtung ein bemerkenswert guter Wert.

Diagramm - orange Buchwerte, grau Ertrag, gelb Summe Einnahmen
(Daten 2004 - 2023)

 

An der grundsätzlichen wirtschaftlichen Bewertung ändert die Fortschreibung ebenfalls wenig: Die Anlagen sind seit 2015 vollständig abgeschrieben und erwirtschaften seitdem Überschüsse. Mit dem Auslaufen der hohen Einspeisevergütung Ende 2024 verliert die Netzeinspeisung zwar weiter an Bedeutung, der Eigenverbrauch bleibt jedoch ökonomisch sinnvoll.

Für neue Anlagen gilt das nur eingeschränkt. Sollten die aktuellen Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden und Förderinstrumente weiter reduziert oder gestrichen werden, dürfte sich die Amortisationsdauer künftig deutlich verlängern. Statt der früher üblichen zehn bis 13 Jahre kann dann eher mit 18 bis 20 Jahren, abhängig von Standort, Investitionskosten und Eigenverbrauchsanteil, gerechnet werden.

Die Bilanz der vergangenen gut zwei Jahrzehnte zeigt jedoch: Technisch liefern Photovoltaikanlagen auch nach 20 Jahren zuverlässig Strom – und wirtschaftlich können sie selbst unter veränderten Rahmenbedingungen bestehen.

(Hinweis der Redaktion: Eine frühere Fassung dieses Artikels ist bereits am 17.01.2023 erschienen. Der vorliegende Beitrag wurde zahlenmäßig aktualisiert und bis Ende 2025 fortgeschrieben.)

 

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